1. Das Technische Systemmodell (Die Sektorenkopplung)
- Carsten Bernhardt

- vor 14 Stunden
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Sektorenkopplung klingt im ersten Moment nach trockenem Ingenieurswesen, aber in der Keramika Kahla ist sie der heilige Gral Ihrer Wirtschaftlichkeit. Einfach gesagt: Wir lassen jedes Joule Energie zweimal für uns arbeiten. Während andere für Heizung bezahlen und Server mühsam kühlen, verdienen wir an beidem.
Hier ist die physikalische und strategische Aufschlüsselung, wie wir die Sektoren Strom, IT und Wärme zu einem geschlossenen Kreislauf verweben.
Die drei Säulen der Keramika-Sektorenkopplung
1. Sektor Strom: Die Ernte & Bevorratung
Der Strom ist unser Primär-Input. Wir beziehen ihn nicht nur passiv aus dem Netz, sondern managen ihn aktiv.
Input: Das 125m PV-Band auf dem Dach liefert den Grundstrom.
Puffer: Der 10 MW Batteriespeicher (BESS) fungiert als energetische Lunge. Er kauft Strom, wenn er billig ist (nachts oder bei Windüberschuss), und versorgt das System, wenn die Preise steigen.
Vorteil: Wir sind weitestgehend autark von volatilen Strommärkten und stabilisieren gleichzeitig das lokale Netz (was zusätzliche Erlöse generiert).
2. Sektor IT: Die Veredelung (Computing)
Hier wird der Strom in Wertschöpfung verwandelt. Der NVIDIA-KI-Cluster ist unser größter "Stromverbraucher", aber physikalisch gesehen ist er ein Widerstand, der Wärme erzeugt.
Prozess: Der Strom fließt durch die Prozessoren der AI-Server. Dabei entstehen zwei Dinge:
Hochwertige digitale Daten (Rechenleistung für Jena).
Massive thermische Energie (Abwärme).
Technik: Durch Direct Liquid Cooling (DLC) fangen wir diese Wärme direkt am Chip mit Wasser ein, anstatt sie durch Ventilatoren ungenutzt in die Luft zu blasen.
3. Sektor Wärme: Das kostenlose Nebenprodukt
In herkömmlichen Rechenzentren macht die Kühlung bis zu 40 % der Stromrechnung aus. Bei uns ist die "Kühlung" das Heizsystem für 8.135 m².
Output: Das erhitzte Wasser (ca. 55–60°C) aus dem Rechenzentrum wird über Wärmetauscher direkt in die Fußbodenheizungen der 42 Lofts, der Event-Hall und in Giacomos Küche geleitet.
Effekt: Die Betriebskosten für Wärme sinken auf nahezu Null. In einer Welt steigender CO2-Preise ist das Ihr massivster Wettbewerbsvorteil.
Die physikalische Erfolgsformel
Die Effizienz dieses Systems messen wir nicht nur im Gewinn, sondern im PUE-Wert (Power Usage Effectiveness). Während Google und Co. stolz auf Werte um 1,1 sind, streben wir durch die vollständige thermische Verwertung einen Wert an, der rechnerisch gegen 1,0 geht.
Die Effizienz unseres Systems lässt sich so beschreiben:
Fast jedes eingespeiste Watt wird in einen nutzbaren Mehrwert (Daten oder Wärme) umgewandelt.
Warum das überzeugt.
"Herr Bernhardt, in CYBER LOFT KERAMIKA in Kahla heizen wir 42 STUDIS Luxus-Lofts und eine riesige Event-Halle mit dem 'Abfall' unserer KI-Server. Wir sparen die kompletten Heizkosten ein und nutzen den Strom, den wir günstig im 10-MW-Speicher zwischengeparkt haben. Wir verkaufen die Energie also zweimal."
Das ist keine bloße Nachhaltigkeit – das ist maximale Margen-Optimierung.






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