in welcher Geschwindigkeit leben eigentlich unsere Datenströme oder wie ist das mit dem Teilchenbeschleuniger...
- 5. Feb.
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Fangen wir ganz von vorne an und wenden uns zunächst den Teilchen zu, die mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers in Bewegung gesetzt werden sollen. Diese werden in einer sogenannten Ionenquelle generiert, die damit ganz am Anfang unserer Beschleunigeranlage steht.

Damit ein Teilchen später beschleunigt werden kann, muss eine Kraft auf das Teilchen einwirken. Dafür eignet sich nur die elektromagnetische Kraft, was aber zur Folge hat, dass ausschließlich geladene Elementarteilchen wie Elektronen oder Protonen beschleunigt werden können.
Will man aber eigentlich neutral geladene Atome beschleunigen, so bedeutet dies, dass man ihnen einen Teil oder sogar alle ihre Elektronen aus der Atomhülle wegnehmen muss. Die positive Ladung der Protonen im Atomkern wird dann nicht mehr durch die Elektronen ausgeglichen, was zur Folge hat, dass sich jetzt das Atom ebenfalls elektromagnetisch beschleunigen lässt.
Dies bezeichnet man als Ionisation, denn das, was von dem ganzen Atom übrig bleibt, ist der positiv geladene Atomrumpf, das sogenannte Ion.

Für die verschiedenen Elemente wird auf unterschiedliche Ionenquellen zurückgegriffen. Im Zentrum einer jeden Ionenquelle steht eine Metallkammer, in der sich die Atome desjenigen Elements finden, aus denen der Teilchenstrahl generiert werden soll.
Sie liegen entweder als Gas oder als Festkörper vor. Durch elektrische Energie werden dann mit einem Glühdraht oder im Rahmen einer Gasentladung, die einem Blitz bei einem Gewitter gleicht, Elektronen freigesetzt.
Ein Ion entsteht dann, wenn diese freien Elektronen mit einem Elektron in der Hülle eines Atoms zusammentreffen und dieses dabei aus der Hülle stoßen.
So entstehen immer mehr freie Elektronen, die ihrerseits wieder mit anderen Atomen kollidieren und diese gleichfalls ionisieren.
Ein solches Gemisch aus freien Elektronen und positiven Ionen bezeichnet man als Plasma, das durch die beschriebene „Elektronenstoßionisation“ entsteht.
Damit die Teilchen nun aber beschleunigt werden können, müssen sie den Plasmagenerator verlassen. Daher werden hohe elektrische Spannungen hintereinander angelegt, die die Ionen anstoßen und schon auf 0,2 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, was mehr als zwei Millionen km/h entspricht, beschleunigen.
Dabei durchlaufen sie zunächst einen Linearbeschleuniger, der die Teilchen auf einer langen, geraden Strecke beschleunigt. Innerhalb des Beschleunigers herrscht ein Vakuum vor, damit die beschleunigten Teilchen nicht von Luftmolekülen abgebremst oder gar abgelenkt werden. Doch auch untereinander stoßen sich die gleich geladenen Teilchen ab und scheren aus.
Um gerade die Ablenkung und damit den möglichen Verlust der Teilchen zu verhindern, werden sogenannte Fokussierungsmagnete eingesetzt, die Teilchen im Rahmen einer geringen Toleranz auf ihrer Bahn halten. Da die Teilchen nun unglaublich schnell sind, werden extrem starke Magnete benötigt, um sie ausreichend abzulenken und zu fokussieren.
In Abhängigkeit von der Art der Teilchen und der Bauart des Beschleunigers können die Teilchen dann an einen Kreis Beschleuniger

wie zum Beispiel ein Synchrotron weitergegeben werden, wobei hier noch stärkere Magnete dafür sorgen, dass die Teilchen in die richtige Bahn gelenkt werden. Ein Synchrotron hat den Vorteil, dass die Teilchen den Ring mehrmals durchlaufen, und damit über längere Zeit an sogenannten Beschleunigerstrecken mittels elektrischer Spannung beschleunigt werden können.
Dabei können die Teilchen annähernd Lichtgeschwindigkeit erreichen, das sind etwa eine Milliarde km/h (genauer 1.079.252.848,8 km/h oder 299.792,458 km/s). Allerdings verlieren die beschleunigten Teilchen zum Beispiel durch die Ablenkung im Magnetfeld beständig an Energie, ein Prozess der passenderweise Bremsstrahlung genannt wird. Daher gilt es in Abhängigkeit von der Anwendung abzuwägen, welcher Beschleunigertyp sich besser eignet.
Sobald die Teilchen die gewünschte Geschwindigkeit erreicht haben, können sie zu den einzelnen Experimentierstationen geleitet werden, wo sie mit hoher kinetischer Energie auf andere Teilchen (die sogenannten Targets) geschossen werden. Die Wechselwirkungen können dann registriert und ausgewertet werden.
Die bedeutendsten und bisweilen größten Beschleunigeranlagen, wie sie sich beispielsweise an der GSI und der künftigen FAIR-Anlage finden, dienen der Grundlagenforschung. Dabei geht es primär darum, anhand der hochenergetischen Teilchen die fundamentalen Wechselwirkungen von Materie zu untersuchen und aller kleinste Strukturen zu erforschen. Darüber hinaus finden Teilchenbeschleuniger aber auch in der Medizin ihren Einsatz, wenn es um die Bestrahlung von Tumoren geht.
Denn die Ionen können nicht nur auf Materialproben wie dünne Metallfolien geschossen werden, sondern auch auf biologische Zellproben. All diese Anliegen werden in der Helmholtz Forschungsakademie Hessen für FAIR gebündelt und erweitert.

Nachhaltige Hochleistungsrechner
Nahezu 100% der Online-Teilchenrekonstruktion des ALICE Experiments in der letzten Phase des Experiments (dem sogenannten run-3) lief energiesparend auf Grafikkarten.
Es wurde eine riesige Hochleistungsrechner-Farm installiert, die aus 2000 Server GPUs und 16000 CPUs besteht, insgesamt 250 Server mit jeweils 512 GB Hauptspeicher und 100 Gb/s InfiniBand Netzwerk kamen zum Einsatz.
Damit verbunden ist natürlich ein hoher Energieverbrauch. Dieser konnte dank der innovativen Kühltechnologie und dem Einsatz von Grafikkarten möglichst gering gehalten werden.
Verantwortlich hierfür ist Volker Lindenstruth, einer der Programmdirektoren der Helmholtz Forschungsakademie Hessen für FAIR.
“Uns war es immer wichtig die nötige Rechenpower mit Nachhaltigkeit zu verbinden und so nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur Forschung, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten”, so Volker Lindenstruth.
Um hier auch in der Industrie Akzente zu setzen, hat er auch im Namen der ALICE Kollaboration einen „Industry Award” für die hervorragende Zusammenarbeit an AMD vergeben, die einen großen Teil der Hardware lieferten.
Die wegweisende Arbeit bei ALICE stellt auch einen wichtigen Meilenstein für das FAIR-Projekt dar. So kann die bisher gesammelten Erfahrung in die Online-Datenverarbeitung des CBM-Experiments und der sogenannten „First Level Event Selection“ einfliessen und dafür sorgen, dass auch in Zukunft möglichst schnell gerechnet wird - aber nachhaltig und grün!



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